Theater Kaufbeuren e. V.

gegründet am 24 Mai 1971

Eine Amateurbühne, die seit fast 45 Jahren aktiv ist und das Kaufbeurer Kultur- leben mit viel Idealismus, Begeisterung und schauspielerischem Können bereichert. Das Theater Kaufbeuren e.V., kurz "TK" genannt, hat schon immer neben viel Fanatasie auch Mut bewiesen. Schaut man sich die Liste der fast 50 Stücke an, die das TK-Ensemble seit 1971 gespielt hat, so findet man darin nicht nur viele welt- bekannte Autoren, sondern sowohl auch sozialkritische bzw. provokante Themen als auch Bühnenstücke, die gemeinhin für Amateure als kaum spielbar gelten.

Es würde den Rahmen dieser Betrachtung sprengen, wollte man auf jedes einzelne der vom TK gespielten Theaterstücke eingehen. Deshalb seien an dieser Stelle lediglich einige "Blitzlichter" sprich Höhepunkte erwähnt, die beim Publikum besonders gut "angekommen" sind.

1973 spielte das TK "Leonce und Lena" von Georg Büchner. Das Kaufbeurer Publikumreagierte begeistert.

Das gleiche gilt für das Theaterstück "Andorra" von Max Frisch, das das TK im Jahre 1975 einstudiert hatte.

Friedrich Dürremmatts "Besuch der alten Dame", 1977 gespielt, sprengte alle bis dahin bekannten Besucherzahlen.

1979 präsentierte das TK "Helden" von G.B.Shaw. Ein Riesenerfolg! Als "Belohnung" durfte das Ensemble des TK als bestes bayerisches Amateurtheater im Auftrag des Volksspielkunst-Verbandes ein Gastspiel in der Schweiz geben.

Ein Jahr später, 1979, feierte das TK mit "Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams wiederum einen überaus großen Erfolg.

Ein "Meilenstück" in der Geschichte des TK war 1985 das Bühnendrama "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" von Edward Albee, das sowohl von der Kritik als auch vom Publikum höchstes Lob erntete.

1989 stand wiederum ein Dürrenmatt-Stück auf dem Spielplan und zwar "Die Physiker", das 8 mal so gut wie ausverkauft war.

1994 entschied sich das TK für das überaus anspruchsvolle Drama "Eines langen Tages Reise in die Nacht" von Eugene O`Neil, das eine überaus intensive Probenarbeit erforderte. Die – lt. Kritik –… "überzeugende, ja, erschütternde und sehr sehenswerte Darstellung"… brachte dem TK viel Beifall ein.

Völlig im Gegensatz stand die nächste Inszenierung 1995, eine Revue "Späkdakullum-Show", die das Publikum begeisterte, was 12 ausverkaufte Vorstellungen bewies.

Wiederum einen Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums unternahm das TK 1996 mit dem Stück "Der nackte Wahnsinn" von Michael Frayn. Das TK hatte sich mit dieser Inszenierung eine "Riesenarbeit" aufgeladen, denn das Stück erforderte einen zweistöckigen Bühnenbau, der während der Aufführung sogar zweimal um 180 Grad gedreht werden musste, einmal davon zum Vergnügen der Zuschauer bei geöffnetem Vorhang. Tosender Beifall war unser "Lohn" für die "Arbeit".

1998 stand wiederum ein "ernstes" Stück auf dem Spielplan: "Süßer Vogel Jugend" von Tennessee Williams", das die Konflikte einer alternden Filmdiva und die Probleme ihres jungen Gigolos in den USA schildert. Ein weiterer großer Erfolg des TK.

Im gleichen Jahr, 1998, gelang mit dem Bühnenstück "Currywurst mit Pommes" - Satirische Momentaufnahmen am Rande einer deutschen Autobahn – von Frank Pinkus und Nick Walsh, ein "Bühnenrenner". 77 verschiedene Rollen mussten mit 17 Darstellern besetzt werden. Der Erfolg war so groß, dass dieses Stück im März 1999 wiederholt werden musste.

Nach der amüsanten Komödie "Und ewig rauschen die Gelder" von Michael Cooney, sehr erfolgreich gespielt im Jahre 2000 entschied sich das TK 2001 zum dritten Mal für den Autor Tennessee Williams und das überaus anspruchsvolle Bühnenstück "Die Nacht des Leguan". auch hier waren die Kritiken hervorragend.

2002 landete das TK mit der Komödie "No room for love" einen absoluten Hit. Ein Stück, bei dem sich das Publikum köstlich amüsierte und nicht mit Szenenapplaus sparte.

2005 stand "Die Hölle wartet nicht" von Michael Cooney auf dem Spielplan. Ein mystisches, geheimnisvolles, unheimliches und spannendes Stück, das dem Publikum einen "Schauer über den Rücken " jagte.

2008 kehrte das TK zurück zur Komödie, mit dem Boulvardstück "Funny Money" von Ray Cooney. Ein absoluter Schenkelklopfer, der dem Publikum Lachtränen in die Augen trieb.

Mit dem Bühnenstück "Zweifel" von John Patrick Shanley, wählte das TK 2011 ein heikles Thema: Die katholische Kirche/Kindesmißbrauch. Die Besetzung bestand lediglich aus 4 Personen: 1 Priester, 2 Nonnen und eine kleine Nebenrolle. Die Rollen kosteten die Dar- steller "Herzblut"; der großartige Erfolg und die Anerkennung für diese schauspielerische Leistung war für das TK eine riesige Freude und Erleichterung.

Mit dem Boulvard-Stück "Perle Anna" von Marc Camoletti, gespielt 2013 zielte das TK mit großem Erfolg wiederum auf die Lachmuskeln des Publikums.

2014 nahm sich das TK ein Theaterstück vor, das für Amateurtheater als fast unspielbar gilt. Nämlich den "Faust – Der Tragödie erster Teil" von J.W.v.Goethe. Zum ersten Mal spielte das TK einen Klassiker in der Originalsprache d.h. in Versform. Das "Experiment" wurde zu einem fulminanten Erfolg. Die Presse überschlug sich in Äußerungen wie …eine zeitlose "Faust"-Interpretation auf professionellem Niveau – und zudem auch noch kurzweilig und humorvoll.

Für das "Shakespeare-Jahr" 2016 plant das TK wiederum einen Klassiker und zwar "Der Kaufmann von Venedig" von William Shakespeare. Probenbeginn wird im Herbst 2015 sein, Premiere am 05.03.2016.

Unzweifelhaft hat das TK in den vielen Jahren seines Bestehens in Kaufbeuren Maßstäbe für das Amateurtheater gesetzt, die vom theaterfreudigen Publikum auch entsprechend honoriert werden. So ist es sicher gerechtfertigt, wenn man sich derer erinnert, die dazu beigetragen haben.

Im Anfang war es Angelika Köhler, die sich als Regisseurin und Darstellerin viel Anerkennung erwarb. Einige Jahre wurde das TK dann erfolgreich von Herbert Zemann geleitet. Unver- gessen auch Inge Maria Kohnen, die für die hervorragenden Inszenierungen von "Wer Hat Angst vor Virginia Woolf" und "Juno und der Pfau" verantwortlich zeichnete. Dr. Johann Janssen hat in seiner Zeit als Vorsitzender das umfangreiche Archiv des TK organisiert.

Für Verbindungen zum "Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) und zu Amateurbühnen außerhalb Bayerns sorgte Dr. Manfred Mühe. Ihm ist es auch zu verdanken, dass sich das TK in einigen Beiträgen des Bayerischen Fernsehens und bei SAT 1 einem breiteren Publikum vorstellen konnte. Jeff Nieckau – zuständig für Technik und Publikationen – führte im ganzen Bezirk Lehrgänge für Audio- und Videotechnik durch und verfaßte auch die vom BDAT verlegte Broschüre "Audiotechnik in der Theaterpraxis". Dietmar Herrmann, seit fast 40 Jahren Schatzmeister, Schauspieler und Regisseur gehört mit zu den "dienstältesten" Mitgliedern des TK. Maria-Florentina Schweiger, von 1991 bis 2008 Vorstand des TK, ist mit ihrem schauspielerischen Talent zur Freude des Publikums schon seit 1976 immer wieder in den verschiedensten Inszenierungen auf der Bühne zu sehen. Jürgen Richter, der dem Kaufbeurer Publikum als glänzender "Komödiant" ein Begriff ist, übernahm die Leitung des TK bis 2011. Eine "steile Karriere" in unserem Verein machte die seit Jahren als Souffleuse tätige Jutta Kletschka, die bis 2013 als 1. Vorsitzende hervorragende Arbeit leistete. Abgelöst wurde sie von Dr. Rochus Höhne, der nun die Geschicke des Vereins leitet. Als hervor-ragender Schauspieler, umsichtiger Organisator und "mutiger" Visionär sorgt er für "frischen Wind" beim TK. Sepp Eichhorn, Regisseur und Schauspieler, kam erstmals 1978 zum TK und blieb ihm bis heute treu, wobei er auch immer wieder seine vielfältigen Talente bei der Gestaltung und dem Bau der Bühnenbilder einsetzt. Und schließlich – last but not least – was wäre das TK ohne seine Maskenbildnerin Helga Doleschal, die seit fast 30 Jahren unermüd- lich für die perfekte Erscheinung der Darsteller auf der Bühne sorgt?

Diese Namen stehen für alle, die sich im Laufe der vielen Jahre auf und hinter der Bühne für das gute Gelingen der Aufführungen eingesetzt haben und damit den Erfolg des TK begründet haben.